Quick Facts #
| Autor: | Alan M. Turing |
| Originaltitel: | Computing Machinery and Intelligence |
| Deutscher Titel: | Können Maschinen denken |
| Erstveröffentlichung: | 1950 (in Mind, Band 59, Nr. 236) |
| Umfang: | ca. 20 Seiten |
| Format: | Taschenbuch |
| Zielgruppe: | Philosophie-Interessierte, KI-Enthusiasten, (Informatik-) Studierende |
| Link: | Reclam Ausgabe (Deutsch / Englisch) |
Worum geht es? #
Alan Turing stellt 1950 die provokative Frage: „Können Maschinen denken?“. Seine Antwort wird bis heute, unter Philosophen und Informatikern gleichermaßen heiß diskutiert.
Um diese Frage zu ergründen, entwickelte er ein Gedankenexperiment, das Imitationsspiel, heute besser bekannt als der Turing-Test.
Das Imitationsspiel #
Turing beschreibt ein Spiel mit drei Personen. Ein Mann täuscht vor, eine Frau zu sein, während eine dritte Person (der Fragesteller) herausfinden muss, wer wer ist. Die Maschine ersetzt dann den Mann und muss dessen Rolle im Täuschungsspiel übernehmen.
Für wen ist der Aufsatz? #
Ideal für #
Philosophie-Studierende, Informatiker und alle Menschen, die sich für die Frage interessieren, ob Maschinen denken können oder nur menschliches Verhalten imitieren.
Eher nicht geeignet, wenn #
- Du einen technischen Deep-Dive in KI suchst
- Du keine Lust auf logische Argumentationen hast
Du solltest mitbringen #
- Bereitschaft, über Denken und Bewusstsein nachzudenken
- Nicht zwingend notwendig aber hilfreich sind, Vorkenntnisse in Philosophie und/oder Informatik
Warum lohnt sich dieser Aufsatz? #
Drei Gründe, warum ich ihn jedem empfehle:
- Er ist die Geburtsurkunde der KI, wie wir sie heute kennen
- Bis heute relevant und immer noch aktuell
- Er ist kurz und zugänglich und trotzdem kann man jahrelang darüber diskutieren
Zusatz #
- Regt nachhaltig zum Nachdenken an
Wie liest man ihn am besten? #
Der Aufsatz ist kurz genug, um ihn in einem Rutsch zu lesen.
Ich empfehle jedoch, nach jedem Einwand kurz innezuhalten und zu überlegen:
Hätte ich denselben Einwand gebracht?
Wie würde ich Turing antworten?
Das Argument klingt glaubhaft, aber ist es wirklich schlüssig?
Noch besser ist es, wenn du Turings Ideen mit einem Freund, einer Freundin oder einem Komilitonen diskutierst.
Persönliches Highlight #
Alan Turing hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht und das alleine ist Grund genug, dieses zeitlose Werk jedem zu empfehlen, der sich mit Philosophie oder KI beschäftigt. Reicht es, wenn Maschinen menschliches Verhalten imitieren oder gehört mehr dazu, um wirklich denken zu können?
Zum Schluss #
Können Maschinen denken? ist ein Text, der trotz seines geringen Umfangs, bis heute, enormen Einfluss darauf hat, wie wir über KI denken und sprechen.
Mein Tipp für den Einstieg:
- Besorge dir die Reclam-Ausgabe (sie beinhaltet auch das Werk in Originalsprache).
- Nimm dir eine Stunde Zeit.
- Lies und staune, wie aktuell ein Text von 1950 sein kann.
Was ist deine ganz persönliche Antwort auf die Frage,
Können Maschinen denken?
Schreib mir deine Antwort gerne per Mail.
Quellenangaben #
- Originalaufsatz: Turing, A. M. (1950). Computing Machinery and Intelligence. Mind, 59(236), 433–460.
- Deutsche Übersetzung: Turing, Alan. (2023). Können Maschinen denken? Reclam (übers. v. Achim Stephan, Sven Walter).
Vorschaubild #
Quelle: “Alan Turing” by Steve Parker is licensed under CC BY 2.0.